3
Jun
2024

Feh­len­de Inne­re Kon­sis­tenz kann das Unter­neh­men gefähr­den.

Was bedeu­tet „inne­re Kon­sis­tenz“? Start­rek-Fans erin­nern sich an die Warn­mel­dung “Hül­len­bruch auf Deck 6” = die Inte­gri­tät des Raum­schif­fes ist gefähr­det. Harm­lo­se­re Warn­mel­dun­gen kön­nen wir heu­te in Con­trol­ling-Sys­te­men fin­den.

Kon­sis­tenz betrifft vie­le Berei­che wie Pro­zes­se, Pro­duk­te, … Was nicht exis­tiert: ein Warn­sys­tem für Inkon­sis­ten­zen im Zwi­schen­mensch­li­chen. Die sind der Sen­si­bi­li­tät der zustän­di­gen Füh­rungs­kraft über­las­sen. Erstaun­lich ange­sichts der gro­ßen Bedeu­tung wirk­sa­mer Füh­rung. Kon­sis­tenz ist hier die Wider­spruchs­frei­heit mensch­li­chen Ver­hal­tens im Sys­tem.

Die Gefah­ren für das Unter­neh­men kom­men aus den aktu­el­len Merk­ma­len unse­rer Zeit:

  • Bin­dung geht zurück (Reten­ti­on kann unter 1 Jahr sin­ken) – die Oppor­tu­ni­täts­kos­ten für Ersatz lie­gen bei 2–3 Jah­res­ge­häl­tern
  • Uner­wünsch­te Fluk­tua­ti­on: die Bes­ten reagie­ren zuerst, Leis­tungs­schwä­che­re blei­ben eher.
  • Zugleich Fach­kräf­te­man­gel – beson­ders in den für Digi­ta­li­sie­rung und KI-Inte­gra­ti­on benö­tig­ten Qua­li­fi­ka­tio­nen
  • Über­las­tung und Stress bei Unter­be­set­zung
  • Not-Ein­stel­lung unqua­li­fi­zier­ter Mit­ar­bei­ter
  • Man­geln­des Enga­ge­ment bis quiet quit­ting (inne­re Kün­di­gung): per­sön­li­che Sicher­heit geht nun vor Co-Krea­ti­vi­tät.
  • Ver­lust von Kun­den (Ser­vice­qua­li­tät)

Von der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on bis zum kon­kre­ten Ver­hal­ten einer Füh­rungs­kraft darf sich jede Füh­rungs­ebe­ne ange­spro­chen füh­len. Dia­log zu Ihren kon­kre­ten Fra­gen ist über mei­ne “Tea-time” und im Grup­pen­coa­ching „Füh­ren von ande­ren“ mög­lich https://e‑schoelzel.de/andere-fuehren . BVMW-Online-Vor­trag am 18.6. https://doo.net/veranstaltung/158875/buchung

Wich­ti­ge Quel­len der Inkon­sis­tenz im mensch­li­chen Ver­hal­ten sind:

  1. Unkla­re Unter­neh­mens­wer­te und ‑zie­le:

- Wenn Unter­neh­mens­wer­te und ‑zie­le nicht klar defi­niert oder kom­mu­ni­ziert wer­den, ver­ste­hen Mit­ar­bei­ter nicht, was man von ihnen erwar­tet. Dies führt zu will­kür­li­chem Ver­hal­ten und Ent­schei­dun­gen.

- Wenn die Rol­len und Ver­ant­wort­lich­kei­ten der Mit­ar­bei­ter nicht klar defi­niert sind, kann dies zu Über­schnei­dun­gen, Kon­flik­ten und inef­fi­zi­en­tem Arbei­ten füh­ren.

- Prot­ago­nis­ten müs­sen die pro­kla­mier­ten Wer­te ver­kör­pern – das ist die Natur wirk­sa­mer Füh­rung. Wenn Wer­te­wor­te und geleb­te Pra­xis aus­ein­an­der­klaf­fen, pro­vo­ziert das Zynis­mus. Wer­te, die bloß pro­pa­gier­te Wor­te auf Pla­ka­ten und der Web­site sind, dre­hen die Ener­gie ins Nega­ti­ve.

  1. Schwa­che Unter­neh­mens­kul­tur:

- Eine schwa­che oder nicht geleb­te Unter­neh­mens­kul­tur (Wer­te) führt dazu, dass Mit­ar­bei­ter kei­ne aus­rei­chend gemein­sa­me Ori­en­tie­rung haben. Dies kann zu unpas­sen­dem Ver­hal­ten und man­geln­dem Zusam­men­halt füh­ren.

- Wenn Füh­rungs­kräf­te von ihren Mit­ar­bei­tern ein Ver­hal­ten erwar­ten, das sie selbst nicht zei­gen (Dop­pel­mo­ral), führt dies zu Unglaub­wür­dig­keit der Füh­rung.

- Wenn Füh­rungs­kräf­te nicht trans­pa­rent han­deln und so Ver­trau­en unter­gra­ben, ent­wi­ckeln Mit­ar­bei­ter Miss­trau­en und zei­gen ego­zen­tri­sches Ver­hal­ten, um ihre eige­nen Inter­es­sen zu schüt­zen.

- Unter­schied­li­che Füh­rungs­sti­le und man­geln­de Abstim­mung zwi­schen Füh­rungs­kräf­ten kön­nen zu Ver­wir­rung und Frus­tra­ti­on bei den Mit­ar­bei­tern füh­ren.

  1. Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­ble­me:

- Inkon­sis­ten­te oder inef­fek­ti­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on ist die Fol­ge der vor­an­ge­hen­den Punk­te. Damit gerät die Grund­la­ge effek­ti­ver Koope­ra­ti­on in Fra­ge. Ver­un­si­che­rung greift um sich, die indi­vi­du­ell wie Regres­si­on wirkt: Fokus auf per­sön­li­che Absi­che­rung statt wie gewünscht: first com­pa­ny, second com­pa­ny, …

- Man­geln­de Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on nach innen ver­hin­dert, dass wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen ein­heit­lich ver­brei­tet wer­den. Dies führt zu Miss­ver­ständ­nis­sen, Gerüch­ten und inho­mo­ge­ner Pra­xis inkl. Fehl­ent­schei­dun­gen.

Wie damit umge­hen?

  • Die alte Lösung: Regel­wer­ke: Orga­ni­sa­ti­ons­hand­bü­cher, die kei­ner liest und nie­mand anpasst.
  • Com­pli­ance deckt vor allem juris­dik­tio­na­le Regeln ab. Das Leben fin­det gleich­zei­tig ope­ra­tiv statt.
  • Orga­ni­sa­tio­nen, die nicht nur die Anwe­sen­heit ihrer Mitarbeiter/innen wol­len, son­dern mit­den­ken­de schöp­fe­ri­sche Mit­ge­stal­ter, benen­nen Unter­neh­mens­wer­te. Wol­len Sie „good sol­diers” oder selb­stän­dig den­ken­de Mitarbeiter/innen?
  • Wer­te sind oft miss­ver­stan­den als mora­lisch-ethi­sche Leit­be­grif­fe. Nütz­li­cher ist ein Ver­ständ­nis als „wor­auf wir Wert legen / was wir wert­schät­zen“.
  • So kön­nen Wer­te Leit­ster­ne für Mitarbeiter/innen sein, die bereit sind, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, indem sie in wech­seln­den kon­kre­ten Situa­tio­nen Ent­schei­dun­gen tref­fen.
  • Zu Koope­ra­ti­on und Co-Krea­ti­vi­tät ermu­ti­gen erfor­dert aber auch einen höhe­ren Rei­fe­grad des Füh­rungs­stils, als folg­sa­me Ange­stell­te zu kon­trol­lie­ren. Das wird oft über­se­hen – beson­ders von den Unter­neh­men, die ihren Wer­te­wor­ten kei­ne ent­spre­chen­den Taten fol­gen las­sen, z.B. „Respekt“ – eines der meist­be­nutz­ten Wer­te­wor­te.
  • So ist es eine Fra­ge des Rei­fe­grads, ob eine Füh­rungs­kraft eher Loya­li­tät ein­for­dert, als Unter­stüt­zung der Gemein­schaft zu beto­nen und zu för­dern.

Indem Sie die vor­ran­gi­gen Quel­len von Inkon­sis­tenz erken­nen, kön­nen Sie eine kohä­ren­te­re und effek­ti­ve­re Arbeits­um­ge­bung schaf­fen. Posi­ti­ve Effek­te kön­nen spür­bar sofort ein­tre­ten. Dazu ist eine Ana­ly­se der rea­len Wer­te nötig. Dazu die Wer­te, die man stär­ker ent­wi­ckeln will,  schaf­fen ein vali­des Wer­te­state­ment. Kom­men Sie in ein ers­tes Gespräch mit mir! https://coaching.e‑schoelzel.de

Über Eckhard Schölzel
Dipl. Psych. (Führungs-, Kooperations- und Kommunikations-Psy.), zertifizierter Werte-Coach (VMI), TMS-Master. Seit 1984 Trainer, Coach, Berater zur Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung; Coach/Trainer für „Lebensbalance“; Seite 1995 Unternehmer E.S.&Partner, Management Development in Internat. Konzernen und Mittelstand. Führungs- und Organisationsentwicklung für technologische Spitzenforschung (THs)