Krise: Team inspirieren, bevor es auseinanderfällt – zu negative Sicht? – hilft nicht? Face the brutal facts erlaubt wenigstens, realistische Maßnahmen zu ergreifen. Ein aktuelles Beispiel:
Peter B. arbeitet mit mir als Coach an seinen Karriereperspektiven: im aktuellen Unternehmen oder anderswo – egal. Er geht es proaktiv an: besser das Heft in der Hand zu haben.
Und nun liegt
… die neue Gallup-Studie
Vor: Daten aus Nov/Dez 2025, Durchschnittswerte – v_ielleicht schon überholt. Zwei Essentials:
- 30% weniger Multiplikatoren an Bord für Ihre Mission
- Jede/r 4. schaut sich schon mal nach einem neuen Job um.
Recruiting alleine wird das nicht hinkriegen! Hand aufs Herz: Wie sieht es in Ihrem Unternehmen wirklich aus? Wie sieht es in den Teams aus? Auf wen können Sie und Ihre Führungskräfte bauen? Und was können Sie und Ihre Führungskräfte tun?
Was destabilisiert?
Nichts scheint mehr verlässlich: VUCA „hoch 3“ entfaltet sich (gesellschaftlich, organisational, persönlich): Preise für Energie gehen durch die Decke, Abbau/Verlagerung von Arbeitsplätzen, Insolvenzwelle, neue Kriege, … Allgemeine Verunsicherung – wen wundert es?
Negative Szenarien bilden das Grundrauschen: Dschungel, Gefahr. Das Chaos ausblenden? Ängste lenken subtil ab vom Fokus > geistige Abwesenheit > Selbstschutz > Survivalmode. Was bewegt Sie? Was bewegt Ihre Mitarbeiter/innen unterhalb eines „Weiter so“?
Killer-Symptome
- Man zeigt sich weniger offen, die Kommunikation ist reserviert. Man zeigt eine no-problem-Fassade oder auch eine Show-Heiterkeit.
- In Folge ist auch der Informationsfluss unzuverlässiger: Schlagzeilenkultur hört nicht zu, verpasst die Details und blendet Umsetzungsimpulse aus: mit sich selbst beschäftigt.
- Die stille Schwester der Selbstabsicherung ist die individuelle Profilierung: Co-Kreativität wird zäh, Selbstinszenierung hat Vorrang – vom WIR zum ICH.
- Gewaltfreie Ellbogenkultur: gut aussehen, indem man andere schlecht aussehen lässt. Nur ein kleiner Schritt fehlt dann noch zum Mobbing.
Was kann Ihre Führung bewirken?
Zur Klärung: gut managen alleine wird Ihren Laden nicht zusammenhalten. Ziele erreichen hebt die Stimmung, viel mehr aber nicht. Ziele nicht erreicht, dann retten Ihnen gute Ausreden vielleicht den Job, aber …
Jenseits von Management liegt Leadership: Inspirieren zur Mitverantwortung: Werte wie Respekt, Kreativität, unterstützende Gemeinschaft, … entfalten ihre Wirkung erst jenseits von Gehorsam und Angst. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, fokussieren Sie als Führungskraft 3 Bedingungen:
1. Eigene Klarheit
- A) Für Sie selbst (Kapitän im Sturm) und um anderen Orientierung zu geben, brauchen Sie einen klaren stressfesten Wertekompass. An Ihren Taten werden andere ablesen können, was gilt und worauf sie sich verlassen können.
- B) Sie brauchen eine klare Wahrnehmung, die zwischen Fakten und Fakes, Befürchtungen und Projektionen unterscheiden kann.
Beides zusammen konsolidiert auch Ihr Urteilsvermögen: richtige Entscheidungen treffen.
2. Klare Orientierung
Vision in diesen unsicheren Zeiten – ? Vieles ändert sich sehr schnell. Gerade deswegen aber ist die Vision so wichtig! Es geht nicht vorrangig darum, die Vision selbst zu realisieren. Vielleicht wird Elon Musk nie zum Mars und zurückfliegen. Aber seine Vision inspiriert Forscherinnen und Entwickler.
Mindestens der Unternehmenszweck („Mission“) macht jede Arbeit sinnvoll und stärkt verantwortliches Handeln: „Ich trage dazu bei, dass wir einen Menschen zum Mond bringen“, sagte die farbige Reinigungskraft bei der NASA. Das muss den Leuten aber auch vermittelt werden: Manager schauen eher auf Zahlen. Hier braucht es Führung!
3. Mitarbeiter/innen Mut machen
… Leicht gesagt. Leere Phrasen werden leicht erspürt und erreichen so ihr Gegenteil.
Jim Collins berichtet seit 2001 über die Erfolgsfaktoren großer Unternehmen: Face the brutal facts (siehe Seite 3 der Zusammenfassung) ist eine der Qualitäten erfolgreicher Leader[1]. Schonungslose Offenheit allein kann überwältigen. Aber dann genau ist Führung gefragt! (Sie lassen doch auch ihr Kind nicht aufgeben, wenn es dreimal in einer Minute hinfällt.) Never give up!
- Die „brutal facts“ unverblümt ansprechen zeigt, dass Sie klar sehen. Würden Sie einem eloquenten Kapitän im Sturm vertrauen, der so tut als wäre gar nichts?
- Ziel dieser Führung ist psychologische Sicherheit, Vertrauen und Selbstvertrauen: nicht Gott wird es für uns richten.
- Vom ICH zum WIR: Merkels „Wir schaffen das“ – hat gewirkt, auch wenn danach noch mehr kam. Geben Sie positive reale Beispiele, was früher schon geschafft wurde!
- Hören Sie zu! Nehmen Sie sich Zeit dafür! Vertrauen kann man nicht kaufen
- Achten Sie auf jeden Keim von internem Kleinkrieg! Intervenieren Sie, hören Sie beide Seiten, sorgen Sie für konstruktives Miteinander!
Senden Sie 3 wichtige Botschaften:
- Unsere Zeit: tief greifender Umbruch, keine Endzeit!
- Es ist nur nötig, besser als die Wettbewerber zu sein: schneller, servicefreundlicher, effizienter, … (Erzählen Sie den Witz von den 2 Solisten bei der Safari: 1 packt seine Laufschuhe ein – „ja! Nicht schneller als der Löwe, aber …“)
- Teilen Sie allen mit, was jetzt wichtig ist (Leitwerte). Und gehen Sie voran, „Werte“ lebendig zu machen: zeigen Sie, was Sie wertschätzen!
Mehr als Worte
Ermutigen Sie durch Initiierung aktiver Projekte, in denen Ihre Leute in Teams zusätzlich an Verbesserungen arbeiten:
- Prozesse: schneller, besser werden
- Produkte/Service: mit welchen features hängen wir unsere Wettbewerber ab?
- Schaffen Sie Qualitäten einer Gemeinschaft und damit eine Gegen-Realität zum Kampf jeder gegen jeden.
„Mut gemacht“ ist eine erzielte Wirkung nicht ein verbaler Akt. Tun Sie alles mögliche, um Ermutigung zu erzielen – alles was wirkt ist fein, aber bleiben Sie seriös (ernsthaft).
Übersetzen Sie diese Gemeinplätze auf Ihr eigenes Arbeitsfeld. Coaching unterstützt Sie genau hier, weil jemand Qualifiziertes von außen mit Ihnen draufschaut: sehend statt systemblind, neutral, vertraulich. Checken Sie es aus! Hier geht es zur „Tea-time“ (DE) (EN) mit dem Autor.
[1] Jim Collins: Good to great (Dt. „Der Weg zu den Besten“)

